Kutaisi oder Kutaissi
Kutaissi auf deutsch auch Kutais (georgisch ქუთაისი)
ist die zweitgrößte Stadt Georgiens und Hauptstadt
der Region Imeretien. Sie hat ungefähr 216000 Einwohner
und eine Fläche von 60 Quadratkilometern. Sie
liegt in der Kolchischen Tiefebene am Ufer des Rioni und
ist das wirtschaftliche, industrielle und kulturelle Zentrum
im Westen Georgiens.
Sicht
auf Kutaisi bei Google-Maps.
Geschichte
Im 8. Jahrhundert v. Chr. war Kutaia war die
Hauptstadt der griechischen Kolchis. Der Name der Stadt
entstammt dem griechischen Wort kuata und bedeutet steinig.
Im 3. Jahrhundert v. Chr. wurde die Stadt im Poem Argonautika
von Apollonios von Rhodos erwähnt.
792 machte der
abchasische König Leon sie zu seiner Residenz. Vom
10. Jahrhundert bis 1122 war Kutaisi die Residenz der georgischen
Könige. Im 13. Jahrhundert, 15. Jahrhundert und 16.
Jahrhundert war Kutaissi die Hauptstadt des westgeorgischen
Königreichs Imeretien. 1666 wurde Kutaissi von den
Osmanen erobert. 1769 vertrieben russische Korps die Türken
aus der Stadt. Ab 1810 wurde Kutaissi durch Russland annektiert
und wurde Hauptstadt der gleichnamigen Provinz.
An die
Poti-Tiflis-Eisenbahn wurde die Stadt 1877 angeschlossen.
In den georgischen Gründerjahren 1880 bis 1900 wuchs
die Einwohnerzahl Kutaissis auf 32.500. Der Herzog von
Oldenburg, ein Verwandter des russischen Zaren, errichtete
eine Sekt- und Branntweinfabrik, der russische Unternehmer
Iwanowski eine Saftkelterei und Mineralwasserproduktion.
1883 lebten 13.000 Einwohner vom Handel.
1921 war Kutaissi
für 14 Tage Sitz der menschewistischen Regierung der
Demokratischen Republik Georgien, die von der Roten Armee
aus Tiflis vertrieben worden war. Am 10. März 1921
wurde auch Kutaissi von der Roten Armee besetzt.
Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft
Größte
Arbeitgeber der Stadt sind die Akaki Zereteli Universität
und die Technische Universität, die Georgische Akademie
der Wissenschaften, die nahegelegene Wasserkraftwerkskaskade
Warziche, Auto-, Traktor-, Flugzeug- und Chemiefabriken.
Kutaissi
verfügt über fünf Theater, darunter
ein dramatisches, ein komödiantisches und ein Maskentheater,
ein Opernhaus und eine Musikhochschule.
Das 1840 gegründete
Georgische Gymnasium Kutaissi (heute Akaki Tsereteli Klassisches
Gymnasium) brachte Persönlichkeiten von Weltruf, wie
den Linguisten Nikolai Marr, den Psychologen Dimitri Usnadse,
die Dichter Wladimir Majakowski und Grigol Robakidse sowie
Georgiens Parlamentspräsidentin Nino Burdschanadse
hervor.
Sehenswürdigkeiten
Das mittelalterliche Stadtbild
ist noch heute sichtbar. Zu den Sehenswürdigkeiten
zählt die Bagrati-Kathedrale, 1003 vom georgischen
König Bagrat III. erbaut und vom türkischen Sultan
1696 gesprengt. Die Fassaden sind erhalten und wurden restauriert.
Sie stehen heute auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.
Nahe der Kirche liegen die Ruinen der Stadtfestung und
des Königspalastes.
Mangels staatlicher Mittel sind
verschiedene historische Sehenswürdigkeiten Kutaissis
baufällig. Die im 18. Jahrhundert erbaute Weiße
Brücke über den Rioni-Fluss musste im Juni 2004
wegen Einsturzgefahr für Fahrzeuge geschlossen werden.
In
der Umgebung der Stadt liegen der Naturpark Sataplia sowie
die Ruinen mehrerer alter Festungen, darunter der Festen
Tamar und Warziche (dt. Rosenburg). Die Georgier nennen
Kutaissi auch die Stadt der Rosen und des Mai. Sie ist
Partnerstadt von Columbia, Missouri.
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